Du bist Elektromeister, Dachdeckermeister oder SHK-Installateur und willst endlich dein eigenes Ding machen? Dann führt für die meisten Handwerker der einfachste Weg über das Einzelunternehmen - die unkomplizierteste und günstigste Rechtsform, um in die Selbstständigkeit zu starten. Kein Startkapital, keine Notartermine, in vielen Fällen in unter einer Woche erledigt. In diesem Leitfaden zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du 2026 dein Einzelunternehmen gründest, was es kostet, worauf du bei der Haftung achten musst und welche Besonderheiten im Handwerk gelten. Und den Papierkram danach? Den nimmt dir Smalt als Back-Office-Partner ab - hier erfährst du mehr.
Was ist ein Einzelunternehmen - und warum passt es zum Handwerk?
Ein Einzelunternehmen gründest du, sobald du als natürliche Person allein eine selbstständige Tätigkeit aufnimmst. Du brauchst kein Mindestkapital, keinen Gesellschaftsvertrag und keinen Notar. Genau das macht diese Rechtsform für Handwerker so attraktiv: Du kannst schnell, günstig und mit minimalem Aufwand loslegen. Ob du dein Einzelunternehmen als Kleingewerbe führst oder dich als eingetragener Kaufmann (e. K.) ins Handelsregister eintragen lässt, hängt von der Größe deines Betriebs ab - für die meisten Gründer reicht das Kleingewerbe.
Der Preis für diese Einfachheit ist die Haftung: Als Einzelunternehmer stehst du mit deinem gesamten Vermögen gerade - dazu später mehr. Für den Start überwiegen aber klar die Vorteile: geringe Kosten, wenig Bürokratie und volle Entscheidungsfreiheit, weil du niemanden fragen musst.
Konkret heißt das für dich: Du gründest allein und schnell, brauchst keinen Gesellschaftsvertrag und keine Stammeinlage wie bei einer GmbH (25.000 €). Bei der Buchhaltung genügt in der Regel die einfache Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) - eine doppelte Buchführung mit Bilanz ist meist nicht nötig. Und wenn dein Betrieb wächst, kannst du jederzeit in eine andere Rechtsform wie GmbH oder UG wechseln. Das Einzelunternehmen ist also der ideale Einstieg, der dir alle Türen offenhält.
Wenn du deinen Betrieb von Grund auf planst, hilft dir ergänzend unser Leitfaden zum Handwerksbetrieb gründen.
Voraussetzungen: Was Handwerker beachten müssen
Anders als bei vielen anderen Branchen gibt es im Handwerk eine zusätzliche Hürde: die Handwerksrolle. Ob du dich eintragen lassen musst, hängt von deinem Gewerk ab. Zulassungspflichtige Gewerke (Anlage A der Handwerksordnung, z. B. Elektrotechniker, SHK, Maurer) setzen in der Regel einen Meisterbrief oder eine gleichwertige Qualifikation voraus. Zulassungsfreie und handwerksähnliche Gewerke kannst du dagegen ohne Meister anmelden.
Prüfe deshalb zuerst, in welche Kategorie dein Gewerk fällt. Wie die Eintragung abläuft, erklären wir dir in unserem Ratgeber zur Eintragung in die Handwerksrolle. Erst danach folgt die eigentliche Gewerbeanmeldung.
Wichtig zur Einordnung: Als Handwerker giltst du steuerlich in aller Regel als Gewerbetreibender - nicht als Freiberufler. Das bedeutet, dass für dich die Gewerbeanmeldung und die Mitgliedschaft in der Handwerkskammer verpflichtend sind. Freie Berufe wie Ärzte, Anwälte oder Ingenieure sind davon befreit, für klassische Handwerksberufe trifft das aber nur in Ausnahmefällen zu.
In 5 Schritten zum eigenen Einzelunternehmen
- Handwerksrolle klären: Prüfe, ob dein Gewerk zulassungspflichtig ist, und lass dich - falls nötig - bei der Handwerkskammer in die Handwerksrolle eintragen.
- Gewerbe anmelden: Melde dein Einzelunternehmen beim Gewerbeamt deiner Stadt oder Gemeinde an. Du erhältst den Gewerbeschein, meist noch am selben Tag.
- Finanzamt & Steuernummer: Das Gewerbeamt informiert automatisch das Finanzamt. Du füllst den „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung" aus - am einfachsten online über ELSTER - und bekommst deine Steuernummer.
- Pflichtmitgliedschaften klären: Als Handwerker bist du Mitglied der Handwerkskammer. Prüfe außerdem, ob eine Mitgliedschaft in der Berufsgenossenschaft (gesetzliche Unfallversicherung) für dich Pflicht ist.
- Versicherungen & Konto einrichten: Schließe die wichtigsten Versicherungen ab (v. a. Betriebshaftpflicht) und richte ein separates Geschäftskonto ein, um Privates und Betriebliches sauber zu trennen.
Genau bei den Schritten 2 und 3 kannst du dir Unterstützung holen: Unser Ratgeber Gewerbe anmelden als Handwerker führt dich durch die Anmeldung. Und wenn du danach direkt professionell aufgestellt sein willst, übernimmt Smalt dein Back-Office - sprich mit uns.
Was kostet es, ein Einzelunternehmen zu gründen?
Die gute Nachricht: Ein Einzelunternehmen zu gründen ist günstig. Die wichtigsten Posten im Überblick:
Ein reines Kleingewerbe kommt also oft mit unter 100 € Startkosten aus. Erst wenn du wächst und dich als eingetragener Kaufmann eintragen lässt, kommen Notar- und Registergebühren hinzu.
Nicht vergessen: Neben den reinen Gründungskosten solltest du von Anfang an ein kleines Budget für die laufende Absicherung und Ausstattung einplanen - etwa für die Betriebshaftpflicht, ein Geschäftskonto und eine einfache Software für Angebote und Rechnungen. Wer hier von Beginn an sauber aufgestellt ist, spart sich später viel Nacharbeit und wirkt gegenüber Kunden sofort professionell.
Steuern & Kleinunternehmerregelung
Als Einzelunternehmer zahlst du Einkommensteuer auf deinen Gewinn. Führst du ein Gewerbe (kein Freiberuf), kommt ab einem Gewinn von 24.500 € pro Jahr die Gewerbesteuer hinzu. Für die Umsatzsteuer hast du zu Beginn eine wichtige Wahl: die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG.
Sie gilt, wenn dein Umsatz im Vorjahr 25.000 € nicht überschritten hat und im laufenden Jahr voraussichtlich unter 100.000 € bleibt. Dann weist du keine Umsatzsteuer auf deinen Rechnungen aus - das spart Bürokratie, du kannst dafür aber auch keine Vorsteuer aus deinen Einkäufen ziehen. Gerade wer viel Material und Werkzeug einkauft, sollte hier genau rechnen. Die Entscheidung bindet dich in der Regel mehrere Jahre - klär sie am besten mit deinem Steuerberater.
Haftung: Der wichtigste Nachteil im Blick behalten
Der größte Unterschied zur GmbH: Als Einzelunternehmer haftest du unbeschränkt mit deinem gesamten Privatvermögen. Geht im Betrieb etwas schief - ein Schaden beim Kunden, eine offene Rechnung - haften nicht nur deine Betriebsmittel, sondern auch dein privates Erspartes. Deshalb ist eine solide Betriebshaftpflichtversicherung im Handwerk praktisch Pflicht. Wer später ein größeres Haftungsrisiko trägt oder mit Partnern gründet, kann jederzeit in eine GmbH oder UG wechseln.
Bevor du loslegst, lohnt sich auch ein Blick auf mögliche Zuschüsse: In unserem Überblick zur Förderung im Handwerk erfährst du, welche Programme deine Gründung finanziell erleichtern.
Dank Smalt: Gründen ohne Papierkram-Frust
Ein Einzelunternehmen ist schnell gegründet - doch danach beginnt der Alltag mit Angeboten, Rechnungen, Belegen und Fristen. Genau hier ist Smalt dein Partner. Wir übernehmen dein komplettes Back-Office: von der professionellen Angebots- und Rechnungserstellung über das Mahnwesen bis zur Vorbereitung deiner Buchhaltung. So startest du von Tag eins strukturiert, wirkst gegenüber Kunden professionell und behältst deine Zahlen im Griff - ohne abends am Schreibtisch zu sitzen. Du bleibst auf der Baustelle und beim Kunden, wir kümmern uns um den Rest. So wird aus deinem frisch gegründeten Einzelunternehmen ein Betrieb, der von Anfang an rundläuft.
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Häufige Fragen zum Einzelunternehmen (FAQ)
Was kostet es, ein Einzelunternehmen anzumelden? Die Gewerbeanmeldung kostet je nach Stadt meist 20-60 €. Als Handwerker kommt der Beitrag der Handwerkskammer hinzu, der für Existenzgründer die ersten Jahre reduziert ist. Ein Kleingewerbe startet damit oft mit unter 100 €.
Brauche ich als Einzelunternehmer einen Meisterbrief? Das hängt vom Gewerk ab. Zulassungspflichtige Gewerke (Anlage A) setzen meist einen Meisterbrief voraus. Zulassungsfreie und handwerksähnliche Gewerke kannst du ohne Meister anmelden.
Muss ich mich ins Handelsregister eintragen? Als Kleingewerbetreibender nein. Erst wenn du als eingetragener Kaufmann (e. K.) auftrittst - meist bei größerem Umfang - ist die Eintragung ins Handelsregister nötig.
Was bedeutet die Kleinunternehmerregelung? Bleibt dein Umsatz im Vorjahr unter 25.000 € und im laufenden Jahr unter 100.000 €, kannst du sie nutzen: Du weist keine Umsatzsteuer aus, ziehst dafür aber auch keine Vorsteuer. Ob sich das lohnt, hängt von deinen Einkäufen ab.
Wie lange dauert die Gründung? Die Gewerbeanmeldung selbst ist oft an einem Tag erledigt. Inklusive Handwerksrollen-Eintragung und steuerlicher Erfassung solltest du wenige Tage bis einige Wochen einplanen.








